Das selbsternannte Magazin für Fußballkultur 11Freunde bietet ausgewählte Artikel aus alten Ausgaben kostenlos als PDFs an. Unterhaltsam nicht nur für Fußballfans: Die Strippenzieher aus Heft Nr. 12 über Spielerberater, Spielervermittler, Spieleragenten oder wie sich selbige sonst noch schimpfen nennen.
Archiv für Februar 2007
Die Strippenzieher
Februar 23, 2007Altersdiskriminierung bald vor dem EuGH?
Februar 22, 2007Seit Einführung des AGG ist vor allem die Alterdiskriminierung noch ein streitiger Punkt. Jetzt könnte der Fall einer Marburger Einzelhandelsangestellten, die angeblich wegen ihres Alters entlassen wurde, in Luxemburg landen. Auch wenn Entlassungen ausdrücklich nicht Gegenstand des AGG sind, werden dessen Wertungen seit der Einführung des Gesetzes doch in die Bewertung von Kündigungen miteinbezogen. Der Bericht von der Oberhessischen Presse findet sich hier.
Das kölsche Grundgesetz: Eine echte Alternative?
Februar 22, 2007Vor mehr als 57 Jahren, am 26. Mai 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet. Was viele nicht wissen: Der Parlamentarische Rat, der unweit von Köln in einem kleinen Dorf am Rhein tagte, dachte damals auch über eine revolutionäre und International beispiellose Möglichkeit nach: Eine moderne Nation von zig Millionen Einwohner auf ein bis dahin nur in kleinem Rahmen geltendes Stammesrecht einer kleinen Gemeinde zu stützen: Das kölsche Grundgesetz. Auch wenn die, damals „Großkölsche Lösung“ genannte Alternative zum heutigen Grundgesetz, wieder verworfen wurden, bis heute ist dieser geschichtliche Meilenstein in der Forschung unterrepräsentiert. Ein Zustand, den dieses Blog nun ändern wird.
Im Folgenden also nun eine kurze Skizzierung der Auswirkungen, die eine Einführung des kölschen Grundgesetzes für das deutsche Recht gehabt hätte und der Chancen, die eine heutige Einführung mit sich bringen würde. (mehr…)
Das gegenwärtige bildungspolitische Angebot…
Februar 20, 2007…lautet so: Klick
(Geld-)Elite
Februar 20, 2007Es gibt Tage der offenen Tür an öffentlichen Hochschulen. Und es gibt den Schülercampus Jura.
Ist Jura das richtige Studium für mich? Der Schülercampus Jura, erstmals 2005 angeboten, bringt Klarheit: Dieser einwöchige Kompaktkurs an der Bucerius Law School in Hamburg richtet sich an Oberstufenschüler, die wissen wollen, was sie im Jurastudium erwartet.
Kompetente Fachleute bieten eine Einführung in die fachlichen Grundlagen der Rechtswissenschaft und die Methodik eines Hochschulstudiums. Juristen gewähren Einblick in ihre vielfältige berufliche Praxis und erklären, worauf es ankommt. Studierende und Professoren vermitteln ihren Hochschulalltag und stehen Rede und Antwort zu allen Fragen des Jurastudiums, seinen Inhalten und Anforderungen.
Der dritte Schülercampus Jura findet vom 29. Juli bis 4. August 2007 an der Bucerius Law School statt.
Schlappe 350 Euro. Infos: www.schuelercampus.de.
Der Fall Helmes: Was ist jetzt eigentlich los?
Februar 13, 2007Derzeit erregt ein Fall die Gemüter in der deutschen Fußballszene, wie ihn wohl nur der Profifußball schreiben kann:
Patrick Helmes, zweifellos talentierter Stürmer des (Noch-?)Zweitligisten 1. FC Köln und gerade frisch aus der Reha zurück, sorgte mit zwei Verträgen für Schlagzeilen, die er beim Lokalrivalen, um nicht zu sagen Lokalfeind Bayer 04 Leverkusen unterschrieben hatte. Demnach verpflichtete er sich, im ersten Vertrag von 2007 bis 2010 die Schuhe für den Werksverein zu schnüren, im zweiten von 2008 bis 2011. Resultat war ein Aufruhr im Fan-Lager und eine öffentlich ausgetragene verbale Schlacht zwischen den Verantwortlichen. Die weiteren Hintergründe, insbesondere die Rolle der kölner Medien und der Hauptbeteiligten sowie des Publikums lasse ich hier mal außer Acht, da ich fantechnisch selbst alles andere als Unbefangen bin, wir wollen ja sachlich bleiben. Also das Juristische: (mehr…)
Jurastudent gewinnt BaföG-Prozess
Februar 10, 2007Studentenwerke müssen Jurastudenten nach dem Bachelor weiter bis zum Examen unterstützen, berichtet Kölncampus.
Aus dem Normenmuseum
Februar 9, 2007Ab und zu trifft man auch im von der modernen hingeschluderten Gesetzgebung (siehe AGG) verpesteten BGB noch auf Normen, die den Mief Geist der guten, alten Zeit atmen. Wer denkt etwa beim § 617 I BGB nicht an alte Gutshöfe, auf denen fahrende Handwerker schufteten die Abends dann mit den übrigen Bediensteten unter einem Bild des Kaisers den Schlaf der Gerechten schliefen…
§ 617 Pflicht zur Krankenfürsorge
Ist bei einem dauernden Dienstverhältnis, welches die Erwerbstätigkeit des Verpflichteten vollständig oder hauptsächlich in Anspruch nimmt, der Verpflichtete in die häusliche Gemeinschaft aufgenommen, so hat der Dienstberechtigte ihm im Falle der Erkrankung die erforderliche Verpflegung und ärztliche Behandlung bis zur Dauer von sechs Wochen, jedoch nicht über die Beendigung des Dienstverhältnisses hinaus, zu gewähren, sofern nicht die Erkrankung von dem Verpflichteten vorsätzlich oder durch grobe Fahrlässigkeit herbeigeführt worden ist. Die Verpflegung und ärztliche Behandlung kann durch Aufnahme des Verpflichteten in eine Krankenanstalt gewährt werden.
Heute übrigens durch das gewohnt technokratische Entgeltfortzahlungsgesetz nahezu gegenstandslos gemacht.
Kölner Studenten ab sofort ohne Juris-Zugang
Februar 9, 2007Kaum erwähne ich in diesem Blog die Datenbank Juris, ist sie auch schon wieder zu einem guten Teil unbenutzbar, zumindest für kölner Studenten.
Ab sofort, so meldet die Universitätsbibliotheksleitung auf ihrer Homepage, ist ein Zugang von zu Hause aus nur noch für Professoren und wissenschaftliches Personal möglich.
Mehr als ärgerlich, war doch Juris, für den, der denn davon wusste, an Nutzen kaum zu überschätzen. Jedes irgendwo zitierte Urteil per Mausklick sofort erreichbar, wer nicht ausschließlich im Seminar oder in einem Institut mit umfangreicher Rechtsprechungssammlung lernte, wusste das zu schätzen.
Also eine weitere Ungeheuerlichkeit unserer Bildungspolitik? Wieder mal am falschen Ende gespart, trotz Studiengebühren? Nicht ganz. Laut Dekanat sind die Zugänge derartig teuer geworden, dass es sich schlicht nicht mehr gerechnet hätte. Grund: Die findigen Studenten, die nach der Uni den Juris-Zugang für lau in der eigenen Kanzlei genutzt haben. Juris hätte daraufhin die Preise so erhöht, dass ein Zugang für jeden Studenten für Hochschulen zu teuer ist.
Schade. Sehr schade.