Aus dem Normenmuseum

Ab und zu trifft man auch im von der modernen hingeschluderten Gesetzgebung verpesteten BGB noch auf Normen, die den Mief Geist der guten, alten Zeit atmen. Wer denkt etwa beim § 617 I BGB nicht an alte Gutshöfe, auf denen fahrende Handwerker schufteten die Abends dann mit den übrigen Bediensteten unter einem Bild des Kaisers den Schlaf der Gerechten schliefen…

§ 617 Pflicht zur Krankenfürsorge

Ist bei einem dauernden Dienstverhältnis, welches die Erwerbstätigkeit des Verpflichteten vollständig oder hauptsächlich in Anspruch nimmt, der Verpflichtete in die häusliche Gemeinschaft aufgenommen, so hat der Dienstberechtigte ihm im Falle der Erkrankung die erforderliche Verpflegung und ärztliche Behandlung bis zur Dauer von sechs Wochen, jedoch nicht über die Beendigung des Dienstverhältnisses hinaus, zu gewähren, sofern nicht die Erkrankung von dem Verpflichteten vorsätzlich oder durch grobe Fahrlässigkeit herbeigeführt worden ist. Die Verpflegung und ärztliche Behandlung kann durch Aufnahme des Verpflichteten in eine Krankenanstalt gewährt werden.

Heute übrigens durch das gewohnt technokratische Entgeltfortzahlungsgesetz nahezu gegenstandslos gemacht.

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