Kölner Studenten ab sofort ohne Juris-Zugang

Kaum erwähne ich in diesem Blog die Datenbank Juris, ist sie auch schon wieder zu einem guten Teil unbenutzbar, zumindest für kölner Studenten.

Ab sofort, so meldet die Universitätsbibliotheksleitung auf ihrer Homepage, ist ein Zugang von zu Hause aus nur noch für Professoren und wissenschaftliches Personal möglich.

Mehr als ärgerlich, war doch Juris, für den, der denn davon wusste, an Nutzen kaum zu überschätzen. Jedes irgendwo zitierte Urteil per Mausklick sofort erreichbar, wer nicht ausschließlich im Seminar oder in einem Institut mit umfangreicher Rechtsprechungssammlung lernte, wusste das zu schätzen.

Also eine weitere Ungeheuerlichkeit unserer Bildungspolitik? Wieder mal am falschen Ende gespart, trotz Studiengebühren? Nicht ganz. Laut Dekanat sind die Zugänge derartig teuer geworden, dass es sich schlicht nicht mehr gerechnet hätte. Grund: Die findigen Studenten, die nach der Uni den Juris-Zugang für lau in der eigenen Kanzlei genutzt haben. Juris hätte daraufhin die Preise so erhöht, dass ein Zugang für jeden Studenten für Hochschulen zu teuer ist.

Schade. Sehr schade.

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  1. #1 von Jan am Februar 10, 2007 - 12:20 pm

    …ist ein Zugang von zu Hause aus nur noch für Professoren und wissenschaftliches Personal möglich…

    Das ist doch absolut normal!? Soll juris für lau tausende von Accounts an nahezu jeder Juristischen Fakultät in Deutschland verwalten? Selbst an der Saarbrücker Uni, die ja wohl mit den größten Punsch mit juris überhaupt hat, können ALLE Jurastudenten erst seit diesem Studienjahr juris im Uninetzwerk (Rechnerpools, Wlan) kostenlos nutzen. Bis dahin war selbst dafür der Besuch einer Einführungsveranstaltung Pflicht.

  2. #2 von alleswasrechtist am Februar 10, 2007 - 12:26 pm

    Für lau sicher nicht. Fakt ist allerdings, dass der Zugang von zu Hause aus bis vor kurzem möglich war. Ich denke auch, dass Juris sich das hat bezahlen lassen. Vielleicht war das auch wirklich ein großer Luxus. Allerdings ist es schon sehr schade, zumal sich das Problem, dass nur aktuelle Studenten und keine ehemaligen die Datenbank nutzen können, sicher auch anders hätte lösen lassen.

    Wie auch immer, schade ist es in jedem Fall.

  3. #3 von Chris am Februar 10, 2007 - 6:03 pm

    Hi,
    Also hier in München war die Juris-Benutzung von zu Hause aus noch nie möglich. Es wäre allerdings durchaus möglich, dies einzurichten, denn wenn wir in die Uni-Intranets wollen, müssen wir sowieso eine VPN-Verbindung herstellen. Die bekommt ihre eigene IP zugewiesen. Über dieses VPN ist auch erkennbar, ob es sich um einen akutellen Jurastudenten handelt. An sich wäre es also einfach möglich, einen Juris-Zugang für daheim einzurichten.

    Generell sollte sowieso bedacht werden, dass es sich bei Juris immer noch um ein staatliches Unternehmen handelt, womit wir bei der Problematik der Bindung von gemischtwirtschaftlichen Unternehmen an öffentlich-rechtliche Normen wären…

    bis dann,
    Chris

  4. #4 von Seb am Februar 10, 2007 - 8:23 pm

    Selbstverständlich konnte man auch in Köln JURIS nur über VPN von Zuhause aus nutzen. Ebenso übrigens das gesamte Beck-Online in einer zeitverzögert (ca 4 Wochen) synchronisierten Version – bis vor ungefähr einem Jahr alles gekappt wurde.

    Was mich ärgert: In Köln können wir auch über W-Lan in der Uni nicht auf JURIS/beck zugreifen. Nur Rechner, die sich „physikalisch“ im Netz befinden, haben Zugriff.

    Schade.

  5. #5 von Chris am Februar 11, 2007 - 12:08 pm

    Sorry, hab mich etwas unverständlich ausgedrückt. Ich wollte folgendes sagen: Bei uns war es noch nie möglich, auch nicht über VPN. Allerdings wäre es technisch durchaus machbar, einen Zugang von daheim einzurichten. Leider wird dies aber nicht gemacht. Soviel zum Thema Elite-Uni LMU…

  6. #6 von Alexander Hartmann am Februar 12, 2007 - 6:23 pm

    Naja, in anderen Unis ist es schon lange „Standard“, die hochwertigen Datenbank aus lizenzrechtlichen Gründen nur für „physikalisch auf dem Campus befindliche Nutzer“ anzubieten.

    Alles andere ist Luxus …

  7. #7 von Student am Februar 3, 2009 - 11:15 am

    Geht wieder, Zitat von der Uni-Bibliothek:
    13.1.09: Ab sofort ist der Zugang zur Datenbank wieder für alle Uni-Angehörigen (Studenten, Wissenschaftliche Mitarbeiter, Professoren) über VPN möglich. Die Beantragung einer zusätzlichen Kennung zur Nutzung der Datenbank von zuhause aus ist nicht mehr nötig. In der Vergangenheit vergebene Passwörter für den Remote Access behalten weiterhin Gültigkeit.“
    Quelle: http://rzblx10.uni-regensburg.de/dbinfo/detail.php?bib_id=usb_k&colors=&ocolors=&lett=f&titel_id=6523

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