America in a nutshell

Im Endspurt zum Amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf macht Jörg Lau von der Zeit auf ein Interview im amerikanischen Fernsehen aufmerksam, das im August ausgestrahlt wurde und einige erstaunliche Erkenntnisse bietet: Über Amerika wie über Deutschland.

Andrew J. Bacevich, Professor für internationale Politik an der Universität Boston analysiert dort auf verblüffende Weise die Außen- und Innenpolitk Amerikas seit dem zweiten Weltkrieg und sagt nebenbei noch die derzeitige Finanzkrise voraus, die sich die westliche, vom „Empire of Consumption“ geleitete westliche Welt selbst eingebrockt hat.

Im großen und ganzen verfolgt Bacevich dabei eine These: Dass Amerika seit den sechziger Jahren kontinuierlich über seine Verhältnisse lebt und den American Way of Life, anstelle ihn zu hinterfragen, durch aggressive Außenpolitik irgendwie zu erhalten versucht, das große Stichwort dabei: Öl. Das klingt simpel und vielleicht, außerhalb Amerikas, wie common sense. Auf welch verblüffende Weise es hier Bacevich jedoch gelingt, diese These zu untermauern, überrascht wohl nicht nur seinen Gesprächspartner. Und noch etwas wird hier angesprochen, wovon man auch etwas über die Bundesrepublik lernen kann:

Während die amerikanische Gesellschaft nicht einsehe, dass es eigentlich einer kollektiven Richtungsnderung bedarf, würden sich alle Hoffnungen und Erwartungen auf einen Wandel auf eine einzige Person projizieren: Den Präsidenten. Und laut Bacevich kann weder McCain noch Obama diese Erwartungen erfüllen.

Nun hat sich die amerikanische Präsidentschaft sicherlich im vergangenen Jahrhundert mit immer größerem Machtzuwachs, auf nationaler Ebene in eine viel machtvollere Position entwickelt, als dies die des Bundeskanzlers ist, dennoch, ein bißchen von dieser Einstellung, dass eine Person an der Spitze des Staates das reparieren soll, was bei 80 Millionen vielleicht etwas in die falsche Richtung läuft, könnte unter Umständen auch die zunehmende Personalisierung in der deutschen Politik erklären.

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